Bauen, Funder, Westfalen | Heimwerken, Tipps, Mineralfarben

Kunst

Der Künstler stand vor seiner Leinwand und grübelte. Wie sollte er den Termin der Galerie bloß einhalten? Er hatte schon viele Bilder fertiggestellt, aber es fehlte halt noch eins. „Als wenn man sowas auf Kommando machen könnte!“ schimpfte er leise vor sich hin. Der Kuss der Muse blieb momentan leider irgendwie aus. Er war der Ansicht, eine Pause könne nicht schaden. So setzte er sich also hin und lauschte der Musik, welche er zuvor anstellte. Da war er wieder, dieser Song, der einem den Rhythmus in den Fuß zaubert. Diesen hatte er vor ein paar Wochen im Museum of Arts gehört bei einer Ausstellung für moderne Kunst. Dieses Lied war wohl unter Anderem so erfolgreich, weil er im Radio und somit in den Pubs, Clubs und Bars zu hören war. Eines seiner geheimen Hobbies war es, sich des Öfteren abends in solche Lokalitäten zu begeben um sich kreative Anregungen zu holen. Parties an sich lagen ihm nicht, er fühlte sich immer wie das fünfte Rad am Wagen. Es wollte aber selten jemand mit ihm über Kunst reden. Manchmal glaubte er, dass er mit seinem speziellen Interesse an der Kunst keinen zustimmenden Menschen finden könne. Obwohl er sich während seiner Kunstsitzungen kaum bewegte und sonst auch keine Fitness betrieb, war er von recht hagerer Figur. Das Gros der Zeit verbrachte er stehend vor seinen Leinwänden. Er gönnte sich aber ab und an eine Sitzung im Beautysalon. „Das Haus des Coiffeurs“ hieß das Ziel seines Vertrauens. Dort konnte er dann immer mit den netten Menschen über Kunst und Design plaudern und es amüsierte ihn immer wieder die leichte Einfältigkeit der Menschen, wenn es um Kunstverständnis ging. Besonders der aus Italien stammende Herr, der immer von seinem „Casa di Arte“ schwärmt, hat es ihm angetan. Auch der Mann vom Rio Plata in Uruguay hatte immer interessante Geschichten zu erzählen. Während er in seinem Atelier grübelte, kam ihm plötzlich eine Idee für sein Werk. Genau so würde er es fertigstellen und dem Museum überreichen.